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Eine Hausarbeit und ein Café 

by Aurelia-

Der Schreibprozess für eine Hausarbeit beginnt bei mir meistens mit einer gedanklicher Diskussion mit der vernünftigen Seite meines Ichs darüber, dass man doch keine Lust habe anzufangen und ob man das Ganze nicht doch noch etwas aufschieben könne. Im Laufe dieser inneren Unterhaltung bringe ich mich dann mit nervtötend vernünftigen Argumenten selbst dazu mich an die Recherche und das Lesen der Fachliteratur zu machen.

Genau so auch heute. Nur leider wollte der Inhalt von Paul Raabes Aufsatz zur Verbindung zwischen expressionistischer und barocker Literatur so gar nicht in meinen Verstand durchsickern. Nachdem ich die erste Seite gelesen hatte und dann irgendwann feststellte, dass ich dazu übergegangen war fünf Minuten denselben Satz anzustarren, während ich in Gedanken bei meinem nächsten Nähprojekt war, gab ich auf und klappte das mehr als 800 Seiten dicke Buch frustriert zu.

Es ärgerte mich, dass der wichtige und vernünftige Teil meines Lebens mal wieder beschlossen hatte mich dazu zu zwingen mein Hobby zurückzustellen und mich einer Thematik zu widmen, die mich weit weniger begeistert. Außerdem war ich gezwungen in meinem Zimmer zwischen Bergen von Stoff, Ikea Kisten und Nähutensilien zu arbeiten. Wie soll man sich denn da konzentrieren? Ja, aufräumen wäre eine gute Idee gewesen, aber mal ehrlich, wer hat da schon wirklich Lust drauf. Also vielleicht wäre es besser an die Uni zu fahren und mich in der Bibliothek zu vergraben, so mein erster Gedanke. Aber so sehr ich die Arbeitsatmosphäre unserer Universitätsbibliothek, von mir auch liebevoll mein zweites Wohnzimmer genannt, liebe, in einem derart genervten und unmotivierten Zustand, wie der in dem ich mich zu diesem Zeitpunkt befunden habe, hätte ich auch dort keine Inspiration finden können.

Und als ich schon mit dem Gedanken spielte mich vielleicht doch erst mal hinter die Nähmaschine zu setzen, habe ich mich auf den alten, wenn auch Klischee behafteten Ort der Inspiration so vieler Schriftsteller besonnen: das Café.

Also habe ich meine Bücher gepackt, habe mich in die Innenstadt abgesetzt und mich dort in einem der gemütlichsten Cafés, die ich kenne, einquartiert, dem Orphée. Und tatsächlich, das Flair, eine Kanne schwarzer Tee und vielleicht auch der Ortswechsel haben ihre Wirkung getan, nach 3h Arbeit waren die Aufsätze, die auf der Agenda standen, gelesen und die entsprechenden Anmerkungen gemacht. Am Ende blieb sogar noch Zeit für eine weitere Tasse Tee mit meiner Mutter, die mich dann wieder nach Hause „gescheucht“ hat.

Erstaunlich wie wichtig doch die richtige Lernumgebung ist.

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