Kostüme

Mein Halloween-Kostüm: Die Motte

By Aurelia-

Ende Oktober habe ich eine Beobachtung gemacht: Der Großteil der Menschen um mich herum ist bei der Auswahl von Kostümen für Faschings- oder Halloweenparties äußerst pragmatisch. Sie surfen in diversen Online-Shops, suchen sich ein lustiges und vor allem günstiges Outfit aus, bestellen es und damit ist das Thema erledigt und die Party kann kommen.

Ich dagegen bin da anders… ich bekomme beim Gedanken daran selbst eines der lustigen, oft schreiend bunten, aber auch sehr billig aussehenden Plastikensembles zu kaufen und dann auch noch anzuziehen innerlich einen nervösen Anfall. Schon bei der Suche bekomme ich angesichts der Ergebnisse, die mir angezeigt werden, nervöse Zuckungen und die Kostümliebhaberin in mir einen panischen Schreikrampf.

Um keinen totalen Zusammenbruch zu erleiden und am Ende in eine Zwangsjacke gesteckt werden zu müssen – was zugegeben für Halloween auch ganz passend wäre – brauche ich etwas, was einer grundlegenden Ästhetik entspricht und im besten Fall von mir handgefertigt ist. Ob das nun die ersten Anzeichen einer kostümbasierten Zwangsstörung sind oder einfach nur Perfektionismus, der völlig außer Kontrolle geraten ist, wäre noch zu diskutieren.

Dass aber mit mir auf eine Kostümparty zu gehen keine so einfache Sache ist, habe ich in jedem Fall an Halloween deutlich unter Beweis gestellt. Eigentlich hat alles ganz entspannt angefangen. Mein Freund und ich haben Kostümideen recherchiert und uns für ein gemeinsames Outfit entschieden: Lampe und Motte 
Er hat sich daraufhin für sein Lampenoutfit einen schwarzen Overall bestellt und an einem Nachmittag einen Lampenschirm aus Pappe, Draht und zwei LED-Leuchten zusammengebastelt, den er sich auf den Kopf setzen konnte. 
Bei mir dagegen lief zwei Tage vor der Party die Kreativitätsmaschinerie an und in der Folge bin ich völlig in der Wohnung eskaliert.

Die Fühler habe ich in Form eines kleinen Headpieces umgesetzt. Dafür habe ich in einem Bastelladen zwei Farnwedel aus Plastik besorgt, diese grau bemalt und mit ordentlich Heißkleber an einem Haarreif befestigt. Weil aber die Unmengen an Heißkleber nicht besonders hübsch aussahen, habe ich den gesamten Haarreif noch mit Metallornamenten beklebt. Und weil mich dabei die Inspiration gepackt hat, habe ich mich dabei gleich noch ein bisschen ausgetobt, allem eine schönere Form gegeben und sogar einen Schmuckstein verbaut.

Für die Flügel habe ich mir neuen Stoff geholt, einen dunkelbraunen etwas dickeren Baumwollstoff. Das Schnittmuster ist dann in einer Aktion auf dem Boden entstanden. Dort bin ich bei dem Versuch eine annehmbare Form zu kreieren eine geschlagene Stunde lang herumgerutscht. Am schwierigsten für mich war dabei mir die Form der Flügel in doppelter Ausführung vorzustellen. Ich finde nämlich, dass so eine Hälfte immer etwas seltsam aussieht. Anschließend habe ich die einzelnen Flügel ganz klassisch zugeschnitten, versäubert und sogar den Saum umgenäht – wenn auch die Nähte dabei nicht so ordentlich geworden sind wie üblich… ich Rebell! Damit sie dem Rücken später schön aneinanderliegen, habe ich die inneren Kanten noch ein Stück zusammengenäht.

Der langwierigste, aber auch schönste Schritt war dann das Bemalen. Verbunden mit erneutem Herumgerutsche auf dem Boden habe ich den Flügeln mit meinen alten Farben aus Schul- und Kunst LK-Zeiten ihr Muster verpasst. Das sind größtenteils Abtönfarben, die man im Baumarkt bekommt und günstige Acrylfarben. 

Ein bisschen stolz bin ich, dass ich ganz in spontaner Recycling-Manier für den Kragen zumindest einen Kissenbezug verbastelt habe, den ich bei meiner Mama abgestaubt habe, und somit erfolgreich dem Drang widerstanden habe mir doch noch hochwertiges Kunstfell zu holen. Der Anblick des nicht ganz perfekt farblich passenden Graus und die Tatsache, dass für mich die ursprüngliche Form des Kissens noch sehr deutlich zu erkennen ist macht mich zwar ein kleines bisschen nervös, aber das kleine zum Headpiece passende Zier-Element gleicht das wieder ein klein wenig aus.

Ergänzung:
Nach etlichen Nachrichten und mangels „professionell“ wirkender Trage-Fotos, gibt es hier die beiden existierenden Party-Pärchen-Schnappschüsse. ^^ Enjoy!

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